Was wir tun und wie wir denken

Selbstverständnis der Heilpraktiker

Selbstverständlich gibt es nicht nur ein Selbstverständnis, nicht nur eine einzige Sicht- und Herangehensweise aller Heilpraktiker. Nicht nur unsere Patienten, auch wir sind Individuen!

Aber im Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden.

Zum Beispiel steht der Mensch in seinem Kranksein im Mittelpunkt der Behandlung, nicht die Krankheit oder das Symptom. Den Patienten als den Menschen zu sehen, der er ist, mit seiner individuellen Konstitution, Geschichte, Persönlichkeit, Lebenssituation - und vielleicht gar noch den möglichen Sinnzusammenhang einer Krankheit zu begreifen, all das will in die therapeutische Arbeit des Heilpraktikers integriert sein.

Dadurch können das geistig-seelisch-körperliche Gleichgewicht wieder gewonnen, Sinnerfahrung gefördert und durch gezielte naturheilkundliche therapeutische Maßnahmen zu einem möglichst natürlichen Heilungsverlauf verholfen werden.

Dies bedeutet durch gezielte Maßnahmen die Heilkraft der Natur, darunter ist vor allem die im kranken Menschen selbst liegende Heilkraft zu verstehen, einzusetzen.

Um die Praxisarbeit verantwortungsvoll durchführen zu können, ist es notwendig, um die eigenen Grenzen und die der Naturheilkunde zu wissen. Dazu gehören eine realistische Selbsteinschätzung und die Fähigkeit, Krankheiten zuverlässig diagnostizieren zu können.

Im Idealfall versucht der Heilpraktiker, seiner eigenen seelischen, geistigen und körperlichen Gesundheit gerecht zu werden.

Ganzheitlich. Ursächlich. Individuell.

Dies sind nicht nur Schlagworte, sondern die Grundlagen der täglichen Praxisarbeit von vielen Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern.

Sie begreifen sich weniger als „Fachautorität für Krankheitsreparatur”, sondern sehen ihre Aufgabe vornehmlich darin, Wegbegleiter des Patienten zu sein.

Ein weiterer hoher Anspruch ist, in der Arbeit dem Patienten wohlwollend, empathisch und unvoreingenommen zu begegnen.

Oft ist die Beziehung zwischen Patient und Behandler davon geprägt, dass eine menschliche Begegnung stattfindet, die auch den Heilpraktiker fordert und fördert.